DEINE STIMME GEGEN ARMUT
Tune in! 97X - WOXY.COM. The Future of Rock and Roll.
  Home   News & Gigs   Bio   Music   Pics   Stories   Links   Contact & Booking   Press Kit
Lazy Guys - Acoustic Session
E-mail:
 
    Get it!    
Making Of 2003 - Video Snapshot
click to enlarge
Printer friendly version
Tell a friend
Stories › Logbuch vom Videodreh - zweiter Teil
Printer friendly version   |   Tell a friend
... Ein sehr langer Tag.

25.10.2003 von Andreas Greger (a.k.a. Stype)


click to enlarge Zwei Wochen später, 25.10.2003. Weiß ich deshalb so genau, weil ich abends noch auf eine Party gehen wollte. Kleine Unterschiede zum vorigen Dreh: Aufstehen um 6h, quer durch Berlin Richtung Dahlem fahren, um in einem studentischen Lokal (A18) den größeren Brocken der Innenaufnahmen - lassen sich kurz unter dem Stichwort "Bühnenperformance" zusammenfassen - zu drehen. Lief anfangs sogar alles ziemlich glatt. Alle waren recht pünktlich, und wann hat man sich das letzte Mal sein Frühstück durch das Schleppen von Instrumenten, Lichtern und allem sonstigen Videozubehör verdient?

click to enlarge Nachdem auch das mit der Stärkung erledigt war, konnte man sich schon der ersten Szene widmen: Nämlich der, wo unser Protagonist von allen Seiten bei seiner Arbeit gestört und zu allem Überfluss auch noch seine Geldbörse (Ja genau, die, womit die Lady beim ersten Shooting entwischt.) entwendet wird. Was mein Job bei der ganzen Geschichte war? click to enlarge Für das Playback via Laptop und verwackelte Bilder beim Making-Of sorgen und ansonsten ungefragt seine Kommentare abgeben, bzw. hier und da was hinbringen - kennt man ja. Ging aber dank dem Geschick unserer Darsteller alles recht zügig über die Bühne, so dass man sich dem Hauptteil widmen konnte - der eingangs erwähnten "Bühnenperformance", und dies zwei Etagen weiter oben.

click to enlarge Hierzu sei der Aufwand nur grob umrissen: Instrumente wie bei einem richtigen Konzert aufbauen, dazu noch einige authentische Bühnenlichter nebst Lichtorgel, um am Ende so etwas wie Konzertatmosphäre aufkommen zu lassen und für die Nahaufnahmen wieder den Raum ausleuchten. War durch gutes Zeitmanagement (heißt: unten die Szene mit dem gestressten Sänger drehen, während der Rest oben schon alles aufbaut) click to enlarge allerdings auch keine allzu zeitraubende Aktion, nur war es bereits Mittag und das verlangte wiederum nach einer Stärkung, in deren Verlauf mal wieder deutlich wurde, dass Pizza und Cola einfach mal wie füreinander geschaffen sind. Anschließend durfte eine Snare durch dutzendfaches Umstoßen (kam mir jedenfalls so vor) leiden, Urban - unser Pianist - wurde einige Male unsanft durch die Gegend geschubst click to enlarge und Markus versuchte verzweifelt, auf einem Hocker sein Liedchen zu singen, was aber - wie in der Szene zuvor - durch diverse Störungen seiner Bandkollegen zum Scheitern verurteilt war. Und Roman hatte seinen großen Auftritt als Club-Vermieter - alles Teil des Konzepts.


click to enlarge Auch die Statisten, die gegen Abend die Szenerie betraten, gehörten dazu. Die mit ihnen verbundenen Szenen kann man ohne Übertreibung zu den aufwendigsten des Videos zählen. Zunächst die üblichen rechtlichen Formalitäten mit den Bildrechten klären, reine Formsache, aber es nahm eben auch seine Zeit in Anspruch. click to enlarge Der erste Kasten Bier war auch schnell geleert, langsam stieg die Spannung, das Bühnenlicht wurde ausgerichtet, es passte erstaunlicherweise alles. Die Statisten sollten demnach ein euphorisches Publikum abgeben (was nebenbei bemerkt als Traumszene zu deuten ist), click to enlarge während auf der Bühne alles so läuft, wie man es sich als Künstler so vorstellt. Es folgten um die 100 Wiederholungen des "Give me a break"-Refrains aus 30 verschiedenen Kameraperspektiven mit Betonung gewisser Textstellen beim Licht und einem zugleich extatischen Publikum. Klingt komplex, lief ab einer bestimmten Stelle aber wie von selbst - wohl nicht zuletzt dem zweiten (und dritten) Kasten Bier zu verdanken. click to enlarge Die Abschlussszene mit den "Ersatzmusikern" war danach erstaunlich schnell abgedreht und so stand "nur" noch der Rückzug an. Die Uhr zeigte mittlerweile 21h30 an, jeder war seit mindestens 7h auf den Beinen, aber die Anspannung wich der Gewissheit, nun die (vorerst) letzte Etappe vor sich zu haben. So geriet das Abbauen auch zu den lockersten Momenten des Tages und ging natürlich wesentlich schneller vonstatten als der Aufbau. Am Ende Erleichterung bei allen (insbesondere bei Markus), dass alles ohne Stress mit einer Menge Spaß an der Sache über die Bühne ging.

click to enlarge Was habe ich daraus gelernt? Hatte schließlich versprochen, dass die Moral zum Schluss kommt... Videodrehs mit einem Budget über 100.000$ mit Einsatz von Helikoptern, Sportbooten und anderen prestigeträchtigen Obekten müssen der Horror für alle Beteiligten sein, eine inputgesteuerte Lichtorgel, click to enlarge sowie ein nicht-cholerischer Regisseur mit einem kompetent-ruhigen Kameramann sind Gold wert, ich hingegen muss an meiner Kameraführung arbeiten, Roland-Gitarrenverstärker können eine Menge Krach erzeugen, der Durst der Statisten nach Bier scheint unersättlich zu sein, Berlins Straßen sollten immer so leer wie Samstag früh um 7h sein und wenn man mich nochmal zu einem Videodreh überreden will, sollte die ganze Geschichte mit einem Urlaub in südlichen Gefilden verbunden sein - so machen das nämlich auch die Großen, glaube ich.

Ach ja, auf die Party bin ich auch noch gegangen, aber die war für mich schon um 5h zu Ende - auch ein Best Boy stößt irgendwann an seine Grenzen...



Hier geht's zum ersten Teil: Logbuch vom Videodreh - erster Teil
Mehr Bilder zur Story: Bilder vom Videoshooting 2003
top
© Copyright 2004 - 2006 by lazy-guys.de  |  Impressum  |  Designed by MBM